Guter Wille allein reicht nicht

Die Menschen in Afrika stehen der Solarenergie sehr aufgeschlossen gegenüber, weil sie ihnen neue Lebenschancen bietet.

Warum kommt es dann aber nicht zu mehr Solarprojekten? Hier die fünf Hauptgründe:

1. Fehlende Ausbildung

Die Möglichkeiten der Solarenergie sind weitgehend unbekannt. In Afrika tätige Hilfsorganisationen sowie lokale Ingenieure oder Elektrotechniker verwenden die alte Dieselgeneratorentechnologie zur Stromerzeugung - vor allem deshalb, weil sie meist keine andere Technik kennengelernt haben. Der Dieselgenerator hat jedoch den Nachteil, dass er nur unzuverlässig funktioniert und in entfernten Gegenden die Versorgung mit Brennstoff schwierig ist.

Die Konsequenz für die Stiftung Solarenergie: In der von uns gegründeten "International Solar Energy School" werden äthiopische Solartechniker ausgebildet.

2. Keine fachgerechte Dimensionierung der Solarsysteme

Es ist eine oft unterschätzte Tatsache, dass auch in Afrika die Sonne nicht 365 Tage im Jahr scheint. Mitunter gibt es lange und ausgeprägte Regenzeiten. Manche Solarsysteme scheitern hier, weil sie nicht für die Regenzeit dimensioniert wurden.

Die Konsequenz für die Stiftung Solarenergie: Die Solarsysteme in unseren Projekten werden immer nach der Sonnenscheindauer in der Regenzeit dimensioniert (Worst-Case-Betrachtung).

3. Mangelnde soziokulturelle Integration

Wer eine neue Technik nicht mit den zukünftigen Nutzern einführt, wird schnell auf Probleme in der Bereitschaft zur Anwendung der Technik stossen. Wer beispielweise ein Solarsystem so einsetzt, dass die Menschen ihren über Jahrhunderte hinweg tradierten Lebensrhythmus ändern müssen, stellt die Technik über die Menschen und begeht damit einen schweren Fehler.

Die Konsequenz für die Stiftung Solarenergie: Alle Projekte werden in engem Kontakt mit den zukünftigen Nutzern und ihren Bedürfnissen realisiert.

4. Fehlende Betriebskompetenz

Die große Herausforderung bei Solarsystemen in ländlichen Regionen Afrikas ist nicht die Installation, sondern die Sicherstellung eines funktionierenden dauerhaften Betriebs - technisch und finanziell. Viele Solarsysteme überleben das erste Jahr nach Betriebnahme nicht, weil keine Regelung für einen zuverlässigen Betrieb vorgesehen wurden.

Die Konsequenz für die Stiftung Solarenergie: Wir legen besonderen Augenmerk auf den dauerhaft sicheren Betrieb der Solarsysteme. Wir setzen auf ein erprobtes finanzielles, soziokulturelles und technisches Betriebskonzept, das die Verantwortung Schritt für Schritt in die Hände der Nutzer legt.

5. Zu wenige Modellprojekte

Nichts überzeugt Menschen so sehr wie das gelebte Vorbild. Dies gilt auch im Bereich der Solartechnik. Während sich viele Gemeinden von der alten Dieselgeneratorentechnik abwenden möchten, fehlen leider noch genug solare Modellprojekte, die den Bekanntheitsgrad dieser modernen Technik erhöhen können.

Die Konsequenz für die Stiftung Solarenergie: Unsere Projekte haben daher Modellcharakter. Sie lassen sich problemlos multiplizieren und dienen zugleich als Anschub für das lokale Handwerk.