"Es ist wie ein neues Leben!"* - Sechs Alltagsgeschichten
* Ausruf einer Frau aus Kechemober (Äthiopien) einige Monate nach der Installation eines Solar-Home-Systems.
Fatuma (Äthiopien)
Fatuma ist das mittlere von insgesamt fünf Kindern der Familie Gesaw in Rema. Mit sieben Personen wohnt die Familie in einer kleinen Hütte mit drei Räumen. Der Aufenthaltsraum ist zugleich Schlafraum für einen Teil der Familie. In unmittelbarer Nähe liegt das Geschäft des Vaters, direkt an der Hauptstrasse von Rema. Fatumas Vater Mohamad (35) handelt mit Teff, ein sehr altes äthiopisches Kulturgetreide, das die Basis für das Nationalgericht "Injera" ist.
Fatumas Traum ist es, Ärztin zu werden, um den Menschen auf dem Land zu helfen. Denn Ärzte sind hier nur selten anzutreffen - und die besten von ihnen ziehen die Arbeit in der Stadt dem harten Landleben vor. Als es noch kein Solarlicht gab, erledigte Fatuma ihre Hausaufgaben immer fast im Dunkeln, da sie tagsüber auf dem Feld arbeiten musste. „Seit es das Solarlicht gibt, kann Fatuma endlich bei ausreichendem Licht lesen, schreiben und lernen“, freut sich Fatumas Mutter. Freie Zeit kennt Fatuma kaum. Meistens muss sie ihren Eltern helfen. Oder sie liest und lernt. Denn Fatuma weiß: „Der Weg bis zur Ärztin ist noch lang und kann nur gelingen, wenn ich hart daran arbeite.“ Und das bedeutet für sie, dass sie die Schule in Rema mit einem sehr guten Abschluss beenden muss. Dann hat sie auch als Kind aus armen Verhältnissen eine realistische Chance, ihren Traum zu verwirklichen.
Fatuma ist das mittlere von insgesamt fünf Kindern der Familie Gesaw in Rema. Mit sieben Personen wohnt die Familie in einer kleinen Hütte mit drei Räumen. Der Aufenthaltsraum ist zugleich Schlafraum für einen Teil der Familie. In unmittelbarer Nähe liegt das Geschäft des Vaters, direkt an der Hauptstrasse von Rema. Fatumas Vater Mohamad (35) handelt mit Teff, ein sehr altes äthiopisches Kulturgetreide, das die Basis für das Nationalgericht "Injera" ist.
Fatumas Traum ist es, Ärztin zu werden, um den Menschen auf dem Land zu helfen. Denn Ärzte sind hier nur selten anzutreffen - und die besten von ihnen ziehen die Arbeit in der Stadt dem harten Landleben vor. Als es noch kein Solarlicht gab, erledigte Fatuma ihre Hausaufgaben immer fast im Dunkeln, da sie tagsüber auf dem Feld arbeiten musste. „Seit es das Solarlicht gibt, kann Fatuma endlich bei ausreichendem Licht lesen, schreiben und lernen“, freut sich Fatumas Mutter. Freie Zeit kennt Fatuma kaum. Meistens muss sie ihren Eltern helfen. Oder sie liest und lernt. Denn Fatuma weiß: „Der Weg bis zur Ärztin ist noch lang und kann nur gelingen, wenn ich hart daran arbeite.“ Und das bedeutet für sie, dass sie die Schule in Rema mit einem sehr guten Abschluss beenden muss. Dann hat sie auch als Kind aus armen Verhältnissen eine realistische Chance, ihren Traum zu verwirklichen.
Nene Armenton (Philippinen)
In dem kleinen Städtchen Taytay auf der Insel Palawan besitzt Nene kleinen Laden, auf den Philippinen "Sari-Sari-Store" genannt. Dort verkauft sie abgepackte Lebensmittel, Getränke, Süßwaren und andere kleine Dinge für den täglichen Bedarf. Zwar ist ihr Stadtteil an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, aber die Stromversorgung ist unzuverlässig und jeden Tag für mehrere Stunden unterbrochen. Daher ist sie es gewohnt, ihren kleinen Laden häufig bereits bei Sonnenuntergang zu schliessen. Die neu gekaufte Solarlampe ermöglicht es ihr nun aber, das Geschäft auch abends zu öffnen. Hell erleuchtet die kleine Lampe ihren Shop, wenn die Kunden abends in Scharen kommen, um Getränke und Essen zu kaufen. Denn ihr Laden ist eines der wenigen Geschäfte, das noch geöffnet ist, wenn der Strom mal wieder ausfällt. Durchschnittlich 400 Pesos (ca. 7,30 Euro/8,80 CHF) beträgt ihr Umsatz pro Nacht -eine Steigerung von 50% ihrer gesamten Tageseinnahmen. Für die Mutter von fünf Kindern ist dieses zusätzliche Einkommen eine wichtige und hochwillkommene Hilfe, um das Überleben der Familie zu sichern.
In dem kleinen Städtchen Taytay auf der Insel Palawan besitzt Nene kleinen Laden, auf den Philippinen "Sari-Sari-Store" genannt. Dort verkauft sie abgepackte Lebensmittel, Getränke, Süßwaren und andere kleine Dinge für den täglichen Bedarf. Zwar ist ihr Stadtteil an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, aber die Stromversorgung ist unzuverlässig und jeden Tag für mehrere Stunden unterbrochen. Daher ist sie es gewohnt, ihren kleinen Laden häufig bereits bei Sonnenuntergang zu schliessen. Die neu gekaufte Solarlampe ermöglicht es ihr nun aber, das Geschäft auch abends zu öffnen. Hell erleuchtet die kleine Lampe ihren Shop, wenn die Kunden abends in Scharen kommen, um Getränke und Essen zu kaufen. Denn ihr Laden ist eines der wenigen Geschäfte, das noch geöffnet ist, wenn der Strom mal wieder ausfällt. Durchschnittlich 400 Pesos (ca. 7,30 Euro/8,80 CHF) beträgt ihr Umsatz pro Nacht -eine Steigerung von 50% ihrer gesamten Tageseinnahmen. Für die Mutter von fünf Kindern ist dieses zusätzliche Einkommen eine wichtige und hochwillkommene Hilfe, um das Überleben der Familie zu sichern.
Canumay National High School (Philippinen)
Jeden Morgen gehen die Schüler aus dem Dorf San Jose, Antipolo fast eine Stunde durch schlammiges Ackerland, um zur Canumay National High School zu gelangen. Aber er tägliche Marsch lohnt sich, vor allem auch wegen einer Solarinstallation: Denn 2010 erhielt die Schule zehn solarbetriebene Computer. Diese ermöglichen den Schülern Zugang zu hochwertigen Multimedia Hilfsmitteln und interaktiven Lernprogrammen.
Im regionalen Schulvergleich des "Philippine National Achievement Test" rangierte die Schule in den vergangen sieben Jahre bezüglich der Schülerleistungen konstant auf dem letzten Platz. Vor kurzem jedoch machte die Schule völlig überraschend einen Sprung nach oben, und das gleich um 18 Plätze. Nun steht sie an der Spitze im regionalen Vergleich. Eine wirklich dramatische Veränderung, die der Direktor und die Schüler vor allem auf die solarbetriebenen Computer zurückführen. Die Schüler sagen, dass die Solarenergie ihnen ein kostbares Geschenk gebracht habe: die Möglichkeit zu besserer Ausbildung und, verbunden damit, die Hoffnung auf bessere Einkommensmöglichkeiten im späteren Berufsleben.
Jeden Morgen gehen die Schüler aus dem Dorf San Jose, Antipolo fast eine Stunde durch schlammiges Ackerland, um zur Canumay National High School zu gelangen. Aber er tägliche Marsch lohnt sich, vor allem auch wegen einer Solarinstallation: Denn 2010 erhielt die Schule zehn solarbetriebene Computer. Diese ermöglichen den Schülern Zugang zu hochwertigen Multimedia Hilfsmitteln und interaktiven Lernprogrammen.
Im regionalen Schulvergleich des "Philippine National Achievement Test" rangierte die Schule in den vergangen sieben Jahre bezüglich der Schülerleistungen konstant auf dem letzten Platz. Vor kurzem jedoch machte die Schule völlig überraschend einen Sprung nach oben, und das gleich um 18 Plätze. Nun steht sie an der Spitze im regionalen Vergleich. Eine wirklich dramatische Veränderung, die der Direktor und die Schüler vor allem auf die solarbetriebenen Computer zurückführen. Die Schüler sagen, dass die Solarenergie ihnen ein kostbares Geschenk gebracht habe: die Möglichkeit zu besserer Ausbildung und, verbunden damit, die Hoffnung auf bessere Einkommensmöglichkeiten im späteren Berufsleben.
Gebeyanesh Nadew (Äthiopien)
Wie überall in Afrika ist auch in Äthiopien die Analphabetenrate der Frauen mit 75% weitaus höher als die der Männer (47%). Auch Gebeyanesh Nadew, die Vorsitzende der Frauenvereinigung in Rema, kann weder lesen noch schreiben. Bereits mit sieben Jahren wurde sie ihrem 19 Jahre älteren Mann versprochen. Ihr erstes Kind bekam sie mit 15 Jahren. Zwei weitere folgten. Seit über 20 Jahren lebt Gebeyanesh in Rema. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie zunächst mit selbstgebrautem Bier. Heute verkauft sie energieeffiziente Öfen für die Nationalspeise Injera.
Gebeyanesh schätzt es sehr, dass ihr Dorf über Solarenergie verfügt. Seitdem auch die lokale Schule mit Solarlicht ausgestattet ist und Abendunterricht möglich ist, möchte Gebeyanesh lesen und schreiben lernen. Denn sie schämt sich, die monatliche Bezahlung für das Solarlicht nur mit dem Daumenabdruck signieren zu können. Sie möchte in Zukunft mit Ihrem Namen unterschreiben. Aus diesem Grund suchte sie gleichgesinnte Frauen. Das war nicht schwer, denn es sind gerade die Frauen in Rema, die die Chancen für eine Weiterentwicklung aktiv aufgreifen. Mittlerweile nutzen aber auch zahlreiche Männer das Angebot der Abendschule und lernen hier lesen und schreiben.
Wie überall in Afrika ist auch in Äthiopien die Analphabetenrate der Frauen mit 75% weitaus höher als die der Männer (47%). Auch Gebeyanesh Nadew, die Vorsitzende der Frauenvereinigung in Rema, kann weder lesen noch schreiben. Bereits mit sieben Jahren wurde sie ihrem 19 Jahre älteren Mann versprochen. Ihr erstes Kind bekam sie mit 15 Jahren. Zwei weitere folgten. Seit über 20 Jahren lebt Gebeyanesh in Rema. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie zunächst mit selbstgebrautem Bier. Heute verkauft sie energieeffiziente Öfen für die Nationalspeise Injera.
Gebeyanesh schätzt es sehr, dass ihr Dorf über Solarenergie verfügt. Seitdem auch die lokale Schule mit Solarlicht ausgestattet ist und Abendunterricht möglich ist, möchte Gebeyanesh lesen und schreiben lernen. Denn sie schämt sich, die monatliche Bezahlung für das Solarlicht nur mit dem Daumenabdruck signieren zu können. Sie möchte in Zukunft mit Ihrem Namen unterschreiben. Aus diesem Grund suchte sie gleichgesinnte Frauen. Das war nicht schwer, denn es sind gerade die Frauen in Rema, die die Chancen für eine Weiterentwicklung aktiv aufgreifen. Mittlerweile nutzen aber auch zahlreiche Männer das Angebot der Abendschule und lernen hier lesen und schreiben.
Angelica Ga-ano (Philippinen)
Angelica ist Mutter zweier Kinder und lebt in Socorro. Bisher benötigte sie täglich rund 10 Philippinische Pesos (ca. 0,20 Euro/ 0,22 CHF), um Kerosin für die kleinen Lampen zu Hause zu kaufen. Aber diese Lampen stellten zugleich eine erhebliche Gefahr für sie selbst und besonders für ihre Kinder dar, weil sie sehr leicht umgestossen werden konnten. Dann kam es schnell zu einem Brand oder Hautverbrennungen aufgrund des heissen Kerosins. Daher war Angelica sehr froh, als sie die Chance hatte, eine Solarlampe zu kaufen. Denn nun macht sie sich keine Sorgen mehr um die Sicherheit der Familie aufgrund brennender Kerosinlampen. Sie erzählt voller Freude: "Gleichgültig, welchen Teil der Lampe meine Kinder berühren: Ich bin nun sicher, dass sie sich nicht verletzten können. Denn die Lampe ist wirklich sicher."
Angelica ist Mutter zweier Kinder und lebt in Socorro. Bisher benötigte sie täglich rund 10 Philippinische Pesos (ca. 0,20 Euro/ 0,22 CHF), um Kerosin für die kleinen Lampen zu Hause zu kaufen. Aber diese Lampen stellten zugleich eine erhebliche Gefahr für sie selbst und besonders für ihre Kinder dar, weil sie sehr leicht umgestossen werden konnten. Dann kam es schnell zu einem Brand oder Hautverbrennungen aufgrund des heissen Kerosins. Daher war Angelica sehr froh, als sie die Chance hatte, eine Solarlampe zu kaufen. Denn nun macht sie sich keine Sorgen mehr um die Sicherheit der Familie aufgrund brennender Kerosinlampen. Sie erzählt voller Freude: "Gleichgültig, welchen Teil der Lampe meine Kinder berühren: Ich bin nun sicher, dass sie sich nicht verletzten können. Denn die Lampe ist wirklich sicher."
Bonja Belachew (Äthiopien)
Der körperbehinderte Bonja Belachew verkauft schon seit vielen Jahren auf dem Markt von Rema das Kerosin für die früher hier gebräuchlichen kleinen Kerosinlampen. Mit der Installation der Solaranlagen ist sein Geschäft deutlich schlechter geworden. Nur noch die Hütten aus der Umgebung benötigen Kerosin. Die Einwohner von Rema zählen nun nicht mehr zu seinen Kunden. Als wir von ihm wissen wollen, ob er über diese Entwicklung nicht traurig sei, versteht er unsere Frage erst gar nicht: "Nein, nein", wehrt er dann ab, "ich freue mich mit den Bewohnern hier, dass Rema diesen Entwicklungssprung gemacht hat."
Sein Kerosinverkauf brachte ihm 45 Birr pro Woche ein. Der Aufwand dafür ist groß. Denn er muss das Kerosin jeweils samstags auf einem entfernten Markt besorgen. 20 Liter jeweils, eine enorme Leistung für einen stark behinderten Menschen. Damit die Solarenergie für Bonja Belachew nicht zum Nachteil wird, erhielt er von der Stiftung Solarenergie eine spezielle solare Ladestation für Mobiltelefone. Mit dieser kann er bis zu drei Mobiltelefone gleichzeitig laden. Jetzt lädt Bonaja Belachew täglich acht und mehr Handys auf, jedes für zwei Birr. "Ich verdiene mehr als vorher", freut sich Bonaja Belachew. "Niemals würde ich zurückwechseln wollen in mein altes Geschäft!"
Der körperbehinderte Bonja Belachew verkauft schon seit vielen Jahren auf dem Markt von Rema das Kerosin für die früher hier gebräuchlichen kleinen Kerosinlampen. Mit der Installation der Solaranlagen ist sein Geschäft deutlich schlechter geworden. Nur noch die Hütten aus der Umgebung benötigen Kerosin. Die Einwohner von Rema zählen nun nicht mehr zu seinen Kunden. Als wir von ihm wissen wollen, ob er über diese Entwicklung nicht traurig sei, versteht er unsere Frage erst gar nicht: "Nein, nein", wehrt er dann ab, "ich freue mich mit den Bewohnern hier, dass Rema diesen Entwicklungssprung gemacht hat."
Sein Kerosinverkauf brachte ihm 45 Birr pro Woche ein. Der Aufwand dafür ist groß. Denn er muss das Kerosin jeweils samstags auf einem entfernten Markt besorgen. 20 Liter jeweils, eine enorme Leistung für einen stark behinderten Menschen. Damit die Solarenergie für Bonja Belachew nicht zum Nachteil wird, erhielt er von der Stiftung Solarenergie eine spezielle solare Ladestation für Mobiltelefone. Mit dieser kann er bis zu drei Mobiltelefone gleichzeitig laden. Jetzt lädt Bonaja Belachew täglich acht und mehr Handys auf, jedes für zwei Birr. "Ich verdiene mehr als vorher", freut sich Bonaja Belachew. "Niemals würde ich zurückwechseln wollen in mein altes Geschäft!"